Rödelheimer Insel fällt kampflos an den Mossad

Am vergangenen Montag durfte ich Zeuge einer denkwürdigen Veranstaltung werden. Die Gruppe „Schurken ohne Staat / S.O.S.“ (a.k.a. „Zusammen e.V.“, „Stadtteilprojekt Rödelheim“ oder „kritischebildung“) lud angesichts untragbar gewordener „Frankfurter Zustände“, in denen eine Allianz aus Mossad, sinistra!, diversen Antifagruppen, IvI und assozierten „Antideutschenverstehern“ den Ton angebe, alle „Gruppen und Individuen, die sich von antideutscher Ideologie distanzieren“ in die Rödelheimer Raumstation zu einer „offenen Diskussion“ über den Umgang mit „den Antideutschen“. Die aus ehemaligen Kadern der scientologisch-trotzkistischen Sekte „Linkswende“, den Ex-redakteur_innen der Zeitschrift „Novo“ – Philipp K. und Aitak W. –, verwirrten Einzelpersonen und einem ehemaligen (?) Polizeibeamten bestehende Frankfurter Gruppe ist bereits in der Vergangenheit durch tätliche Angriffe im Rahmen einer Hisbollah-Soli-Kundgebung und krude antiimperialistische Dummheiten aufgefallen. Kritisiert wurden sie dafür unter anderem von der Gruppe sinistra! im Text „Wohlig eingerichtet in der Welt des Dualismus“. Zuletzt fielen sie durch den (gescheiterten) Versuch auf, eine Antifa-Gruppe aufgrund des Tragens proisraelischer Buttons einzelner aus besagter Raumstation zu werfen. Das erhoffte Antiimp-Revival blieb indes an jenem Abend vorerst aus. Neben einem knappen Dutzend ewiggestriger Antiimps erschienen zur Diskussion über „die Antideutschen“ fast ausschließlich Leute, die den Positionen der Veranstalter_innen kritisch gegenüberstehen. Angesichts des nicht genehmen Publikums wurde kurzerhand erklärt, es handele sich bei der Zusammenkunft in Rödelheim überhaupt nicht um eine Diskussionsveranstaltung, sondern bloß um ein Vorbereitungstreffen für eine ebensolche und die Einladungsmail sei ein Missverständnis gewesen. Die vor der Tür wartetenden etwa fünfzig Antifaschist_innen mochten sich mit derlei Ausflüchten aber nicht zufrieden geben, wollten nicht einfach wieder gehen und mussten schließlich vorgelassen werden. Nicht jedoch ohne von der Chefin der Gruppe unaufhörlich angepöbelt zu werden. Ohne Unterlass wurden einzelne Personen als „Antideutsche“, „Rassisten“ und „Faschisten“ etikettiert, wahllos mit Merkel, Gysi, Stoiber oder Fischer verglichen und andere Schwachsinnigkeiten in den Raum gestellt. Provozieren ließ sich jedoch niemand und es wurde entspannt auf den Beginn der Diskussion gewartet. Irgendwann hieß es dann, dass wenigstens auf Grundlage des vorliegenden Papiers der Gruppe – den „Sieben Thesen zu der antideutschen Strömung“ – diskutiert werden solle; eine „kontroverse Diskussion“ sei allerdings an diesem Abend nicht erwünscht, „konstruktive Fragen“ dürften aber gerne gestellt werden, allerdings auch wiederum nur von denjenigen, die die Thesen im wesentlichen teilten, alle anderen sollten besser verschwinden und nach Hause gehen.

Die „sieben Thesen“ strotzten dann auch erwartungsgemäß vor bemerkenswerter Ignoranz: So wird die Leser_in etwa darüber aufgeklärt, dass „Kritik, die die Produktionsverhältnisse [!] im Kapitalismus in Frage stellt, [von Antideutschen] oft als verkürzte Kapitalismuskritik dargestellt wird“, dass die Antideutschen eine „Kollektivschuldthese“ verträten, die besage, dass die Deutschen am Nationalsozialismus schuld seien und so „die wirklich Verantwortlichen [?] gedeckt“ würden um zwei Sätze später unnötigerweise klarzumachen, dass – wer hätte es gedacht – auch in Israel „der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit nicht aufgehoben“ sei. Überdies sei es falsch, dass „Auschwitz dem deutschen Volk zugeordnet“ werde und der „Kampf vieler deutscher Arbeiterinnen und Arbeiter“ von den Antideutschen „einfach ausgeblendet“ und „marginalisiert“ werde, denn so weiß man in Rödelheim: „Die gesellschaftliche Form und die wirtschaftliche Produktionsweise, die Auschwitz erst ermöglicht haben, wirkt in Deutschland und in Israel [!], wie auch in jedem anderen kapitalistischen Nationalstaat weiter.“ Derart belehrt darüber, dass der millionenfache Massenmord genausogut in Amerika, Schweden, Mexiko oder Israel – obwohl er erwiesenermaßen einzig in Deutschland stattfand – hätte stattfinden können und die Deutschen nur zufällig zu Handlangern ominöser „wirklich Verantwortlicher“ wurden, darf man sich dann noch ein wenig über „Philosemitismus“ – der genauso schlimm wie Antisemitismus sei – wundern, und beruhigt werden, dass der von Achmadinedschad, Hamas und anderen täglich verkündete Wunsch, Israel möge zerstört und die Juden getötet werden, nur ein „als Tatsache konstruiertes Vernichtungsszenario gegen Israel“ sei. Schlussendlich heißt es dann folgerichtig: „Unser Ziel ist die klare Abgrenzung zu den von uns als ‚antideutsch‘ identifizierten Denkmustern, die wir für rassistisch, bellizistisch und anti-links halten“, oder wie es im Einladungsschreiben im Nazi-Duktus entlarvend tönte: „… wir antideutsche Positionen für zersetzend halten …“

Die vielen Fragen, die dieses Positionspapier verständlicherweise aufwarf, konnten an jenem Abend jedoch nicht mehr beantwortet werden, da die Veranstalter_innen, nachdem alle Anwesenden brav den Text gelesen hatten, überraschend erklärten, nun doch nicht mit „Antideutschen“ (und das sind alle, die nicht ihrer Meinung sind) reden zu wollen und den Saal verließen. Die Raumstation Rödelheim war daraufhin in „antideutscher“ Hand und die vorletzte Bastion der Reaktion im Frankfurter Westen gefallen…

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Hier noch ein weiterer Text der „Anti-Leftist Cocaine-Communists“ zum Rödelheimer Antisemitismus:

=> „Rödelheim ist überall“

und ein Aufruf von S.O.S. zur Verhinderung einer Veranstaltung am 10. Mai:

=> Keine Kriegshetze und kein Rassismus am 10. Mai im KOZ!


40 Antworten auf “Rödelheimer Insel fällt kampflos an den Mossad”


  1. 1 lea 03. Mai 2008 um 20:45 Uhr

    Die Bestätigung für meine Entscheidung, sich diese Antidiskussion auf Grundlage des 7-Thesen-Gewäschs nicht anzutun.
    http://lea.blogsport.de/2008/04/28/kein-bock-auf-diskussion/

    Inzwischen ist unter dem Titel „Rödelheim ist überall – Zur Psychopathologie linksfolkloristischer Germanokraten aus der dorfgemeinschaftlichen Idylle Frankfurts“ ist am 1.Mai ein neues Gegenpapier aufgetaucht. Darin soll

    ein kritischer Kommentar formuliert werden, der sich dem (Habermaß, verfassungspatriotischer Denkbeamter) widersetzt, da jedes aufklärerische Potential auch nur positivistischer Vernunft gegenüber den von einem hermetisch abgedichteten Projektionssystem containerten, über Jahre in dutzenden Linksruck-Kongressen, basisdemokratischen Plena etc.auswendig gelernten Flugblatt-Phrasen ohnehin kapitulieren müsste.

    In dem Flugblatt wird dann gemäß dem Vorangestellten ein an Polemik schwer zu überbietendes Abwatschen der 7 Thesen vollzogen, das zu Teilen in der Sache richtig ist, sich durch den mehr als aggressiven Jargon aber auch von jeglicher Diskussionsgrundlage entfernt. Wenn ich den einen vorwerfe, eine angestrebte offene Diskussion zu verunmöglichen, kann ich doch nicht eben dies betreiben (so amüsierend sich die Polemik einiger Passagen auch lesen lassen mag).
    Ich will dann aber doch wissen, was eine solche Stellungnahme bringen soll, die z.T. vor ziemlich ekelhafter Mackerei

    Der Wille der gequälten Rödelheimer Seelchen vom Zusammen e.V. als antiplutokratische Kammerjäger der Berliner Republik endlich wieder hemmungslos deutsch fühlen zu dürfen….

    nicht zurückschreckt, erschließt sich mir nicht. Mit dem Papier „Rödelheim ist überall“ beweisen die „Anti-Leftist Cocaine-Communists“ (so die auf die kriBi-Titulierung anschließende Unterschrift), dass sie es sich mit Zuschreibungen eher inhaltsloser Art genauso einfach machen wie die

    Rödelheimer Volksküche mit protestantischen Intifadapfaffen a la Antinazi-Koordination

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  2. 2 lea 04. Mai 2008 um 0:39 Uhr

    Sorry, im ersten Zitat müsste es heißen: …ein kritischer Kommentar formuliert werden, der sich dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments (Habermaß……), widersetzt, da …..

  3. 3 Anti-Leftist Cocaine-Communist (BOLSCHEWIKI) 04. Mai 2008 um 15:30 Uhr

    Es wird keine Kritik geduldet, denn die ALCC haben immer recht.

    Nein, was an der von dir zitierten Passage soll denn eine “ekelhafte Mackerei” sein? Die Aussage beinhaltet zwar viel Moralin aber wenig Substanz. Zum Text: Die ALCC halten es eben mit der Devise, über die Antisemitenschweine richtig abzukotzen als sich in Habermas-Manier in eine “offene Diskussion” oder einen “herrschaftsfreien” Dialog mit dem Resultat einer innerfrankfurterischen Versöhnung hineinzwängen zu lassen, da es gerade nicht unsere Absicht ist mit eliminatorischen Antizionisten dieser Rödelheimer Hamas-Außendienststelle eine Art Waffenstillstand auszuhandeln, wie das gewissen anderen Antifagruppen aus der Region wahrscheinlich vorschwebt.
    Ach ja: da das Papier bisher nur im IVI kursierte, wird es übrigens bald noch eine (korrigierte) Neuauflage ohne Rechtschreibfehler geben.

  4. 4 harald 04. Mai 2008 um 19:47 Uhr

    der antideutsche kindergarten strikes back!

  5. 5 antifa-rottweiler 04. Mai 2008 um 19:54 Uhr

    . censored .

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    spam & hate speech will be deleted

  6. 6 dobermann 04. Mai 2008 um 20:08 Uhr

    Geht Klar!

  7. 7 antifa-rottweiler@kläffi 04. Mai 2008 um 20:16 Uhr

    . censored .

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    spam & hate speech will be deleted

  8. 8 harald 04. Mai 2008 um 20:33 Uhr

    die antideutschen/antilinken koksmaulhelden spielen sich auf, aber wir sehen uns am zehnten.
    euer hilfloses getue zeigt nur das wir recht haben. aber ich versteh nicht warum ihr immer recht haben wollt und euch aber nur hinter pseudonymen verkricht.

  9. 9 w 05. Mai 2008 um 0:23 Uhr

    frankfurt ist lustig. zeitreise back to 2002.

    @ problemchild:
    willst du nicht die dämlichen gewaltdrohungen löschen?

  10. 10 housemeista 05. Mai 2008 um 1:27 Uhr

    . censored .

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    spam & hate speech will be deleted

  11. 11 overdose 05. Mai 2008 um 9:35 Uhr

    ich schließe mich waity an: bitte lösch doch die gewaltdrohungen. so was muss ja echt nicht stehenbleiben. die „debatte“ ist doch so schon blödsinnig genug.

  12. 12 Antifa-55 05. Mai 2008 um 10:30 Uhr

    Noch ein Flugblatt zur Rödelheim Story… (leider gibts nur den Text ohne Layout) bitteschön:

    Ihr seid schon tot,
    habt nur vergessen umzufallen…

    Anmerkungen zum „7 Thesen Papier“ der sog. „kritischen Bildung“

    „Wir möchten noch einmal betonen, dass es uns um eine solidarisch geführte Diskussion und um politische Inhalte geht“.
    Eine feine Floskel, die das 4 seitige 7 „Thesen Papier“ der „kritischenBildung.de“ (im folgenden mit kB abgekürzt) abschließt. Wie das hehre Ziel einer solchen Diskussion praktisch umgesetzt wird, präsentierten diese selbsternannten „Antiimperialisten“ anlässlich eines Vortreffens zu einer Veranstaltung, die unter dem Titel „Antideutsche in Frankfurt“ Ende Mai 08 stattfinden soll. Nachdem sich, (unerwarteter Weise) mehrere Dutzend Mitdiskutanten eingefunden hatten, um dem Vorbereitungstreffen, konstruktiv und im Sinne der Wahrheitsfindung, beizuwohnen, wurde es ungemütlich. Der gequält freundliche Ton der Obergenossin, die bis dahin versucht hatte, den Ansturm mit fadenscheinigen Ausreden abzuwehren, verwandelte sich in eine unerfreuliche Kakophonie allererster Güte. Nach kleinem organisatorischen HickHack („wir haben euch nicht eingeladen“, „habt ihr doch“, „Emailverteiler“, „hab ich nicht gelesen“, „unglücklich gelaufen“ blabla usw. etc. pp.) einem ersten verbalen Schlagabtausch, wüsten Beschimpfungen und verzweifelten, politischen Positionsbestimmungen per Ferndiagnose, beruhigte sich die Szenerie und die Herren und Damen Chefantiimperialisten gaben sich der kurzen Illusion hin, einer inhaltlichen Diskussion standhalten zu können, und gaben den Veranstaltungsraum frei.
    Nun sollte das Treffen doch beginnen, und die vermeintlichen KritikerInnen (Potzblitz, am Ende Antideutsche) wurden eingelassen und autoritär dazu aufgefordert, das vorliegende „Thesenpapier“, auf dessen Grundlage die besagte anti-antideutsche Veranstaltung stattfinden soll, durchzulesen. Brav wurde dem Geheiß Folge geleistet, war Mann und Frau sich doch sicher, der „solidarischen Diskussion“ einiges abgewinnen zu können. Leider teilte die Führungsspitze von kB diesen zutiefst demokratischen Enthusiasmus der anwesenden Mehrheit nicht und entschloss sich, nach circa 20 Minuten den Veranstaltungsort zu verlassen, um die, eigentlich öffentliche, Veranstaltung in geschlossenem Kreis fortzusetzen. Leider wurde die Chance verpasst, diesen Abgang zivilisiert zu gestalten. Statt brav im Gänsemarsch von dannen zu ziehen, zogen es die Buben und Mädchen von kB erneut vor, ihre eigene Version von adäquater Kritik zu präsentieren. Fäuste wurden geballt, aus weit aufgerissenen Futterluken Gewalt angedroht, vermeintliche und wirkliche Beleidigungen ausgesprochen.
    Die als drogensüchtige, koksende, bellizistische, rassistische Meute titulierte „Kinderantifa“ wurde verstört zurückgelassen und durfte sich damit begnügen, alleine aus dem Wirrwarr an Anschuldigungen und haltlosen Behauptungen schlau zu werden.

    Da die Herrschaften von kB es vor Ort nicht vermochten, ihrer peinlichen Schimpfkanonade einen rechtfertigenden theoretischen (oder wenigstens ideologischen) Teil folgen zu lassen, bleibt nichts anderes, als sich mit dem öffentlich zugänglichen Thesenpapier „Antideutsch in Frankfurt?- Zeit für eine offene Diskussion“ auseinanderzusetzen.
    Wir sind uns für nix zu schade, es tat weh, wir brauchten viel Koks und Imperalistenbrause, aber wir haben es geschafft, das „7 Thesen Pamphlet“ wurde durchgelesen und wir haben uns, zu einigen Punkten, unsere Gedanken gemacht, Voilà:

    Ferngespräch auf Banane drei…

    Der erste große Unsinn mag der geneigten Leserin schon auf der einleitenden ersten Seite auffallen. „Ist die Frankfurter Antifa-Szene antideutsch? Oder sind viele einfach „nur“ (Anführungszeichen im Original) Antideutschen-Versteher?“ tönt es, naiv skandalisierend, im ersten Satz. Nicht nur die Befürchtung, eine Antifaszene könnte nebulös antideutsch verfasst sein, nein auch das bloße Verstehen einer irgendwie „antideutschen“ Position wird problematisiert. Der pathologisch-paranoide Schwung und der dogmatisch unreflektierte Stil des vorliegenden Machwerks wird schon im ersten Satz deutlich.
    Es folgen kurze Andeutungen und Beispiele für die als skandalös begriffene Sachlage. Ein Papier der Autonomen Antifa (f) zur Kritik an der deutschen Friedensbewegung wird problematisiert. Die Jugend- Antifa wird als „antideutsch“ bezeichnet, weil sich ein einzelnes Mitglied mit einer Israelfahne gezeigt hat. Mangelnde „Härte“ der Anti-Antideutschen wird angemahnt. Zum Ausdruck kommt eine Einschätzung der Hobbysoziologen von kB: „die Meisten waren der Diskussion überdrüssig und wollten keine harten Positionen beziehen…Leider hat sich zu diesem Zeitpunkt alles zerfasert, das Meiste war gesagt und die ursprüngliche Motivation eine Diskussion auszulösen war verpufft“. Die Möglichkeit, dass viele, vor allem sehr junge Menschen, ganz einfach Schwierigkeiten damit haben, „harte Positionen“, dh. eindeutige Solidarität mit dieser oder jener Kriegspartei, im Nahostkonflikt zu demonstrieren, weil sie selbstkritisch eingestehen müssen, dem zutiefst dogmatischen Konflikt innerhalb der deutschen Linken nicht folgen zu können, wird ausgeblendet.
    Nun versteigt mensch sich komplett in die eigene Projektion und diagnostiziert von außen: Schaut mensch sich die aktiven Gruppen“ [der Antifa – der Verf.] und Zusammenhänge heute an, entsteht ein Bild, als wären die meisten gegenüber antideutschen Gruppen aufgeschlossen und antideutschem Gedankengut gegenüber nicht abgeneigt“.
    Es wäre zu hoffen, dass die Schreiberlinge hier zufälligerweise Recht behalten! Was gäbe es Schlimmeres als eine Antifaszene, die bei sehr geringem Durchschnittsalter (schätzungsweise 15-23 Jahre) und größtenteils mangelnder Theoriebildung dogmatisch und damit unüberprüft Tabus von alten Säcken übernehmen würde, ohne sich mit den verschiedenen Theorien und Strategien innerhalb der sog. linken Szene offen auseinandergesetzt zu haben. Aufgeschlossen und nicht abgeneigt ist also gut und nicht schlecht!.
    Bevor es zur ersten These kommt, folgen die obligatorischen Floskeln. Die Verfasser bemühen eine „offene“ und „solidarische“ Diskussion und bewerben ihre Internetseite, auf der es angeblich ausgewogene und umfangreiche Materialien zum Nahost Konflikt zu bewundern gibt.

    These Nummer eins ist leicht abzuhandeln. Unter der Überschrift „Massenfeindlichkeit der Antideutschen“ wird behauptet, „Antideutsche“ würden hinter jeder Menschenansammlung zum Zwecke einer Demonstration zu diesem oder jenem menschenfreundlichen Zwecke innerhalb Deutschlands eine antisemitische Zusammenrottung vermuten. Es wird völlig ausgeblendet, dass die von den kBlern als antideutsch bezeichnete Antifa (f) bei allen bedeutenden Protestveranstaltungen Bündnisarbeit geleistet hat und einen entscheidenden Faktor z B. bei den Studiengebührenprotesten gespielt hat. Die Antideutschen haben also bei der Organisation des von ihnen angeblich pauschal als antisemitisch diskreditierten Mobs mitgearbeitet? Die Feindprojektion bekommt hier schon entscheidende Risse.
    Desweiteren wird bemängelt, dass die Kritik an kapitalistischen Großkonzernen wie z. B. Nike und Coca Cola oft als verkürzte Kapitalismuskritik bezeichnet wird. Dieser inhaltliche Move wird als reines Instrument dargestellt, um eigene, antideutsche Ideologie zu pushen. „Dies ist die Methode, mit der versucht wird die eigene Ideologie zu transportieren“, die zur angeblichen Kritik hochstilisierte Rabulistik bleibt undeutlich. Auf die real existierende verkürzte Kritik wird leider nicht eingegangen. Die angeblichen Antiimperialisten bleiben unterhalb der Möglichkeiten. Altvater Lenin und der Marktschreier der untergegangenen Komintern, Georgi Dimitroff, hätten es besser gewusst.

    „Das Existenzrecht Israels – Solidarität mit dem Staat Israel?“, lautet die Überschrift der nächsten These. kB behauptet: „Tatsächlich stellt keine ernstzunehmende linke Gruppe das Existenzrecht Israels oder das Selbstbestimmungsrecht der Menschen, die in Israel leben, in Frage“. An diesem Punkt müsste mensch noch einmal die Archive rsp. das Internet bemühen. Setzen wir einmal voraus, diese Aussage stimmt, und keiner der selbsternannten Menschheitsbefreiungsorganisationen, die sich unter der Fahne des „Antiimperialismus“ subsumieren, hat sich je zu einem solchen Unsinn schriftlich bekannt. Was ist denn mit dem vielzitierten Antizionismus? Wie ist es zu bewerten, wenn Mitglieder der kB der Meinung sind, auf keinen Fall mit „Zionisten“ (auf die Frage, wer das denn sein soll, wurde z. B. die Antifa f genannt !!) zusammenarbeiten? Ist dies nicht auch eine Nichtachtung des „Selbstbestimmungsrechts der Menschen“, oder gar (um ganz im antiquierten Duktus der sog. Antiimps zu bleiben) der Völker?. Zur Information: der Zionismus ist ein Begriff, unter dem verschiedene Strömungen zusammengefasst sind, linke, rechte, bürgerliche und liberale. Sie alle eint der Wunsch nach einem eigenen Staat, in dem jüdische (oder als Juden identifizierte) Menschen Schutz vor dem weltweiten Antisemitismus/Antijudaismus finden. Warum bloß reagieren die Leute von kB so allergisch auf eine solche Bestrebung? Diese Frage stellt sich umso dringender, beleuchtet mensch erst einmal das Verhältnis der Antiimps zu sog. „Volksbefreiungsbewegungen“. Wenn die Kurden unter der Führung der stalinistisch/nationalistischen PKK eigene Volksouveränität und einen eigenen Staat verlangen, dann sind die Herrschaften dabei. Sobald die ETA bombt und die Tibeter sich zurücksehnen in ihren mittelalterlich/klerikalen Sumpf, dann wird sofort nach Volkskrieg und Befreiung geschrieen. Kommen linke Zionisten auf die Idee, einen eigenen Staat zu gründen, dann wird das beschränkte intellektuelle Arsenal mobilisiert, um sich zu distanzieren. Seltsam.
    Nach ein paar selbstverständlichen, banalen Ausführungen zum bürgerlichen Staat und einer kleinen schmalspurmarxistischen Empörung über die Tatsache, dass auch in Israel die Arbeitskraft des Menschen Ware ist, bleiben nach These 2 mehr Fragen als Antworten.

    These 3: Instrumentalisierung des Holocaust- und der Antideutsche Kampf gegen die Barbarei.
    Schon die Überschrift lässt erahnen wohin die Reise geht. Großzügig lassen wir die anklingende Unterstellung der Instrumentalisierung rechts liegen und lassen die ProtagonistInnen für sich selbst sprechen: „Die Einmaligkeit von Auschwitz wird [durch die Antideutschen] von jeder Geschichte und Analyse abgetrennt und dem „deutschen Volk“ zugeordnet. Die Opfer des Massenmordes, die „Juden“ werden dem „israelischen Volk“ zugeordnet….Auschwitz ist [bei den Antideutschen] immer und überall. Menschen die zufällig eine der beiden Staatsangehörigkeiten besitzen, wird jede Handlungsfähigkeit abgesprochen. Die einen sind ewige Antisemiten und die anderen immer zu schützendes Opfer“.
    Nach weiteren ideologischen Phrasen (Dimitroff ick hör dir trapsen) zum Thema Faschismus/Kapitalismus und verschiedenen haltlosen Unterstellungen entlässt These 3 die geneigte Leserin erneut mit einigen berechtigten Fragen.
    Was ist gemeint? Drückt hier „Genosse Gruselantiimp“ seine Trauer darüber aus, nicht mehr unbeschwert Deutscher sein zu dürfen, wenn er den ewigen Täterstatus beklagt? Als angeblich an Staaten und Nationalitäten nicht interessierte Antiimperialistin ist es doch völlig irrelevant, wer oder was einem welche Eigenschaften zuschreibt. Wenn selbst „die Juden“ angeblich frei über ihre Identität und ihre gesellschaftliche Rolle entscheiden können, dann können wir in Deutschland, frei von jeglichem sozialisatorischen Kontext, dies doch auch? Wenn das Judentum angeblich nur eine Religion ist, warum legen die Juden nicht einfach ihre Kippa ab und entgehen so dem Terror der Hamas? Billige Fragen, die schon längst geklärt sind und zu deren Beantwortung alleinig die kB unfähig zu sein scheint. Selbst der säkularste Mitmensch mit ehemals jüdischem Glauben entging nicht der Markierung durch einen Eintrag im Pass des Dritten Reiches. Wer Jude ist, das entscheidet der Antisemit, so war das leider schon immer. Irgendwelchen herbeihalluzinierten Antideutschen (in Wahrheit zählt keine der kritisierten Gruppen zum wirklich israelsolidarischen/“antideutschen“ Spektrum) zu unterstellen, sie würden den Juden herbeireden, um eigene Opferidentifikation zu ermöglichen, ist eine Verhöhnung derer, die von realen Antisemiten aus tiefstem Herzen gehasst und physisch vernichtet werden. Die wirklichen Opfer werden mit phantasierten Opfern gleichgesetzt. Die Hamas, die Nazis, die iranischen Mullahs und der Rest der dreckigen antisemitischen Internationale macht den Juden zum Juden — und nicht Antifaschistinnen, die diesen Umstand versuchen kritisch aufzuarbeiten!.

    Auch in These 4 schaffen es die Gesellen von kB nicht, aus den antiintellektuellen Tiefen, in die sie sich hineingeschreibselt haben, emporzusteigen. In schon bekannter Rabulistik geht es weiter: „Antiislamismus – Rassismus“. Einleitend wird betont, dass Religionskritik selbstverständlich eine wichtige Sache ist. „Wenn mensch analysiert welche Funktion Religion in einer kapitalistischen Gesellschaft erfüllt, geht es einzig und alleine darum diese Funktionsweisen zu verstehen, aber niemals darum einzelne Menschen oder Gruppen aufgrund ihres Glaubens zu diffamieren“. Wer denn hier wen oder was diffamiert, wird nicht geklärt. Ein generalisierender Vorwurf gegen die „Antideutschen“ bleibt damit im Raum stehen. Würden die Gesellen von kB über einzelne Texte der Bahamas schwadronieren, dann wäre ihre Kritik eine diskussionswürdige. Sie schreiben aber über Frankfurt und die hiesige Antifaszene, und in diesem Zusammenhang bleiben sie den Beleg schuldig, wer hier über welche Religionsgemeinschaft diffamierend hergezogen ist. Außer vulgärleninistischen Phrasen (offenbar ohne Lenin gelesen oder verstanden zu haben) und totaler Realitätsverweigerung, (rassistischer/antisemitischer Charakter des Islamismus) inhaltlich nichts als Begriffverwirrung:
    „Für die antideutsche Bewegung verbietet sich Kritik am jüdischen Glauben weil diese natürlich in ihren Denkmustern immer antisemitisch sein muss“. Den Spruch kennt mensch nur zu gut. Ottonormalbürger findets irgendwie ungeil dass er den „jüdischen Glauben“ nicht mehr so richtig kritisieren darf. Vor dieser „Kritik“ am Judentum durch die Kameraden von kB mag sich der aufgeklärte Antifaschist genauso gruseln wie vor der „Israelkritik“ eines besoffenen Stammtischbürgers aus der hessischen Provinz. Was es an der jüdischen Religion zu kritisieren gibt, bleibt erneut ungeklärt. Ist es die angebliche Tierquälerei beim rituellen Schlachten eines Opfertiers, oder ist es die Beschneidung der unmündigen Kleinkinder? um was geht es kB? Offensichtlich ist, dass der Text hier keinen Unterschied macht zwischen Staat und Religion. An diesem Punkt ist dem antiimperialistischen Kritiker hinter das Ohr zu schreiben, dass Israel K.E.I.N. Gottesstaat ist, sondern ein bürgerlicher, in dem die Trennung zwischen Kirche und Staat vollkommen vollzogen ist. Was andere schon in der Grundschule wussten, ist nicht oft genug zu betonen, gibt es doch immer wieder Quatschköpfe, die ihren inneren Regress mit der Behauptung des Gegenteils zu rechtfertigen suchen. Die Religion und der Staat sind in Israel, im Gegensatz zum Iran oder zu den Staatsvorstellungen einer Hamas oder einer Hizbullah, nicht ein und dasselbe. „kritischeBildung.de“ faselt sich ins intellektuelle Aus, sollten sie sich nicht nur einen freudschen Tippfehler geleistet haben.

    These 5 „Philosemitismus“, These 6. Militarismus und Bellizismus und These 7: Antiimperialismus=Antiamerikanismus=Antisemitismus? zu besprechen überstieg leider unsere Bereitschaft, sich ernsthaft mit einem solchen wirren Quatsch zu befassen. Es reicht aus zu erwähnen, dass sich kB in Laienpsychologie bemüht (Stichwort Philosemitismus), obwohl von den Schreiberlingen jegliche sozialpsychologische Annäherung an relevanteren Punkten (Antisemitismus) strikt abgelehnt wird. Der Rest? vulgäres Stammtischgerede („zersetzend“) in stinklangweiliges Linksdeutsch verpackt, das ist alles. Es hätte völlig ausgereicht, wenn Punkt 5,6 und 7 mit altbekannten Sprüchen wie: „nur weil wir Amerika kritisieren sind wir doch noch keine Antisemiten“, „aber, aber, ääääh…wie kannst du denn Israel unterstützen?, das ist doch auch ein kapitalistischer Staat“ usw.usf. abgehandelt worden wäre.

    „Planet Erde an die kB, im Stadtteilladen….chhhrrr pfff, knack, hier Planet Erde bitte melden………..(Stille)………

    Schön, dass ihr Kasperköpfe der Kulturtechnik des Schreibens mächtig seid und so die Gelegenheit hattet, den infantilen Gedankenmüll, der in euren Köpfen wabert, aufzuschreiben und ins Internet zu stellen. Es ist also jederzeit möglich, eurem erfreulicherweise kleinen Kreis von Personen den eigenen Schwachsinn aufs Brot zu schmieren, ohne dass sich herausgeredet werden kann.
    Eure Orga müffelt arg nach Volksbefreiungskrieg, Shisha-Pfeife und Bratenfett. Findet ihr es nicht ein bisschen seltsam, wenn ihr aus dem letzten Jahrtausend kommenden Dogmatiker aus der Gruft entsteigt, um der Antifa der Jetztzeit jegliche neuen Theorieansätze mit der langweiligen Floskel des „Antideutschtums“ madig zu machen, nur weil euer Gehirn Schwierigkeiten hat, neue Synapsen zu schließen? Wieso baut ihr euch nicht eine Zeitmaschine und reist zurück in die frühen Achtziger, da könntet ihr nach Herzenslust euern Traum vom Befreiungskampf der Völker ausleben. Wir sind uns viel zu fein, um euch die üblichen Standardargumente von Antisemitismus / strukturellem Antisemitismus und vor allem sekundärem Antisemitismus vor den Latz zu knallen. Die kennt ihr und habt sie schon vor Jahren ignoriert. Vernunft und Realitätssinn waren euch schon immer wurscht. Im letzten Jahrtausend habt ihrs versemmelt und meint auf die veränderte Weltlage (die schon immer komplexer war als ihr zu begreifen imstande seid) mit den Konzepten von 1980 antworten zu können. Es braucht kein geschlossenes antideutsches Weltbild und keinen Adornospruch, um zu diesem offensichtlichen Unsinn „Nein Danke“ sagen zu können. Ein wohlgemeinter Rat: Bleibt lieber in euerm Stadtteilladen und macht eure durchweg sinnvolle Sozialarbeit, aber überlasst die Theorie und die Praxisansätze zur Abschaffung des Kapitalismus aufgeschlosseneren Leuten. Wenn ihr euch weiter so gebärdet, macht ihr euch bei jeder lächerlich, die bereit ist zuzuhören. Während ihr zusammen mit Graf Dracula und Paul Pott auf dem Mars sitzt und die kümmerlichen Reste aus der Mottenkiste betrauert, machen wir uns hier unten auf der Erde frisch ans Werk, um einem neuen theoretischen Ansatz und einer revolutionären Praxis zu einem neuen Glanz zu verhelfen. Denn:
    Der frühe Vogel fängt den Wurm, ihr habt den Morgen verpennt,
    der Mittag gehörte den Antideutschen,
    und die tropische Nacht wird uns gehören.

    Smash Capitalism & German Ideology – Fight for Communism

    Contact: neocommunistinnen@gmx.de

  13. 13 lea 05. Mai 2008 um 13:27 Uhr

    @ALCC: die Intention des Textes ist mir schon klar, das kann natürlich auch so gehandhabt werden, nur…letztenendes kommt dabei halt gar nix rum außer Pauschalurteilen und Behauptungen, die, zugegeben, wesentlich mehr an inhaltlichem Hintergrund gebunden sind (und sich wie schon gesagt erstmal amüsant lesen) als die von kriBi.
    Zum Moralin: die „Mackerei“ war schlicht auf die Bezeichnung (Beschimpfung?) „Seelchen“ bezogen. Substanz fehlt vielleicht in so fern, als es eine Interpretationsfrage is, wie „Seelchen“ hier aufzufassen ist. Für mich kam das aber beim Lesen doch sehr als eine herablassende Andeutung der eigenen intellektuellen Härte und Überlegenheit über die schwächlich-emotionalen „Rödelheimer-Seelchen“ rüber. Diese Interpretation rührt vielleicht vom Gesamtgrundton des Textes her.Kann man wohl drüber streiten.

  14. 14 Antifa-55 05. Mai 2008 um 18:07 Uhr

    Immer locker bleiben Leute!. Ich weiß nicht was solche mackerigen Gewaltandrohungen bringen sollen. Ich vertraue innerhalb dieses Konfliktes ganz auf meine besseren Argumente. Einen sozialarbeiterisch/gnädigen Ton sehe ich im Fall „kritischeBildung“ angebrachter als jede (noch so nachvollziebare) Gewaltandrohung.
    Wer ist das schon? kritische….was?, 8 marginalisierte EinzeltäterInnen die keiner wirklich Ernst nimmt. Nach dem peinlichen Auftritt in der Raumstation haben die sich auch beim letzten Sympathisanten diskreditiert. Ich kenne diese Leute nicht wirklich, aber soetwas unreflektiertes habe ich noch nicht gelesen/gehört. Die Typen sterben aus, oder was haben die noch für einen Einfluß in der Frankfurter Szene?. Ausser ihre, nicht zu verachtende, Sozialarbeit im Stadtteilladen haben die nichts zu bieten. Ihr dogmatisch/ideologisches Einerlei können die keinem, der sich mit der Thematik ernsthaft auseinandergesetzt hatt alls wirkliche Reflektion verkaufen.
    Lasst sie kommen, lasst sie sich um Kopf und Kragen diskutieren. Wer meint aus purem Vorurteil und Gefühl meint politische Theorie und Strategie machen zu können, hatt schon verloren. Das Argument, die Theorie und die Zeit spielen uns reflektierteren Leuten in die Hände.

  15. 15 abdel kader 05. Mai 2008 um 23:14 Uhr

    Was es an der jüdischen Religion zu kritisieren gibt, bleibt erneut ungeklärt. Ist es die angebliche Tierquälerei beim rituellen Schlachten eines Opfertiers, oder ist es die Beschneidung der unmündigen Kleinkinder?

    Ähnliche Argumente kenne ich aus anderen Kontexten.
    So z.B.:

    Necla Kelek schreibt:

    „Ein unbeschnittener Mann dürfte keine muslimische Frau heiraten, nach Auffassung der traditionellen Muslime würde er sie beschmutzen. Erzähle ich muslimischen Frauen, dass mein Mann nicht beschnitten ist, sind sie fassungslos – sie ekeln sich geradezu.

    „Aufgeklärte“ Türken führen oft medizinische oder Hygienegründe an, die angeblich für die Beschneidung sprechen. Doch, so Necla Kelek, diese Argumente seien inzwischen von Urologen hinreichend widerlegt worden. (…) Die Autorin sieht darin eine Art von Vergewaltigung der Kinder, denn nicht der einzelne Junge entscheidet über seine körperliche Unversehrtheit, sondern ein übergeordnetes System, die Umma [Gemeinschaft der Gläubigen] tut das für ihn.
    Quelle: http://www.sicherheit-heute.de/gesellschaft/migration,196,Necla_Kelek_und_die_Gewalt_der_Vaeter,news.htm

    Auch der Zentralrat der Ex-Muslime, der mit Antideutschen diese Konferenz macht, fordert, das Schächten zu verbieten.

  16. 16 abdel kader 05. Mai 2008 um 23:32 Uhr

    An diesem Punkt ist dem antiimperialistischen Kritiker hinter das Ohr zu schreiben, dass Israel K.E.I.N. Gottesstaat ist, sondern ein bürgerlicher, in dem die Trennung zwischen Kirche und Staat vollkommen vollzogen ist.

    Hier macht ihr in der Argumentation gegen Antisemitismus (der sich gegen den Staat Israel richtet) genau den Fehler, vor dem Adorno gewarnt hat:

    Ein besonders hintersinniges Argument ist: »Man darf ja gegen Juden heute nichts sagen.« Es wird sozusagen gerade aus dem öffentlichen Tabu über dem Antisemitismus ein Argument für den Antisemitismus gemacht: wenn man nichts gegen die Juden sagen darf, dann – so läuft die assoziative Logik weiter – sei an dem, was man gegen sie sagen könnte, auch schon etwas daran. (…) Dem kann man nur dann begegnen, wenn man nicht etwa idealisiert, wenn man nicht etwa Lobreden auf große jüdische Männer hält oder hübsche Bilder von israelischen Bewässerungsanlagen oder Kibbuz-Kindern dort vorführt, sondern eben die jüdischen Züge, auf welche die Antisemiten deuten, erklärt, ihr Recht und ihren Wahrheitsgehalt darstellt.

    Es stimmt, dass Israel kein Gottesstaat ist, aber ihr idealisiert diesen Staat, wenn ihr behauptet, dass dort Staat und Kirche vollständig getrennt wären (ist in den wenigsten Ländern der Fall).
    In Israel gibt es z.B. keine Zivilehe, sondern Ehe und Scheidung werden von Religionsgerichten geregelt, weshalb viele Israelis in Zypern heiraten. Für israelische Muslime gilt in diesem Bereich sogar die Scharia.

    Zu sagen, die antisemitische Israelkritik wäre deshalb falsch, weil Israel der beste Staat auf der Welt ist, führt zu nichts und erinnert an philosemitische Lobreden über „die Juden“ als „ganz tolle Menschen“.

  17. 17 problemchild 06. Mai 2008 um 4:59 Uhr

    Im Prinzip hast du natürlich völlig recht, wenn du darauf hinweist, dass der antisemitische Hass auf Israel nichts mit der real existierenden israelischen Gesellschaft und ihren Stärken und Schwächen zu tun hat, so wie der Antisemitismus generell nichts mit den konkreten Jüdinnen und Juden zu tun hat. Eine Idealisierung von Jüdinnen und Juden oder eben Israels ist für die Kritik des Antisemitismus so unnötig wie etwa die Idealisierung von Migrant_innen für die Kritik des Rassismus oder die Idealisierung von Frauen für die Kritik des Sexismus. Soweit d‘accord.

    Trotzdem muss es ja nicht verkehrt sein, zu fragen, warum Menschen hierzulande meinen, ausgerechnet die jüdische Religion und die angeblich so furchtbar schlimmen Verhältnisse in Israel kritisieren zu müssen und nicht etwa die religiösen Verwirrungen in Bayern oder den deutschen Nazi-Papst oder das Schächten und nicht die deutsche Wurstfresserei,usw. Und vor allem: warum die sonst auch nicht gerade für ihre Kritikfreudigkeit berühmten Deutschen nach Auschwitz wenigstens zu diesem Thema nicht einfach einmal die Klappe halten können.

  18. 18 bigmouth 06. Mai 2008 um 12:02 Uhr

    „nazi-papst“ ist voll lächerlich als invektive. dann könnte man agnoli auch fascho-prof nennen mit derselben berechtigung

  19. 19 mrs adornix 06. Mai 2008 um 12:51 Uhr

    erfreulich immerhin für die gruppe morgenthau, dass ihr x-ter aufguss von altbekanntem mit altbekannten (grigat, von und zu osten-sacken) am samstag unter dem label „Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer” durch das mittlerweile angekündigte auflaufen anti-deutscher versus anti-imperialistischer oder im eigenen selbstverständnis gar autonomer(?) stoerkraefte nun doch etwas ‚pepp‘ sowie anschauliche bebilderung erfährt.

    sport frei!

  20. 20 problemchild 06. Mai 2008 um 13:20 Uhr

    O.K., der Nazi-Papst war Quatsch…

  21. 21 problemchild 06. Mai 2008 um 13:47 Uhr

    @mrs adornix: ja, die s.o.s.ler kommen für die dröge veranstaltung wie bestellt. die ränge, incl. fankurven, werden jetzt wohl ausverkauft sein…

  22. 22 david 06. Mai 2008 um 23:17 Uhr

    ihr dürft enttäuscht bleiben. es werden am 10.5. keine fankurven und vor allem keine linken israelhasser im koz anzutreffen sein: weil sie nicht reinkommen. wir sind da ganz orthodox: es gibt keine diskussionen mit nazis und antisemiten – logischer schluss: auch mit den rödelheimer unglückserscheinungen wird es nichts zu reden geben.
    thema wird der „dröge“ iran sein, und wie mit solchen zusammenhängen zu verfahren ist, werden wir sicher nicht mit den kaputtesten gestalten aus der restlinken notgemeinde bereden. wer auf spannung aus ist und überdies zu wissen glaubt, was altbekannt ist und was nicht, wird sich ohnehin auf hier bloggende werbetexter einlassen müssen.

  23. 23 mrs adornix 07. Mai 2008 um 11:40 Uhr

    dear david,

    freut mich selbstverständlich, dass Du so morgenthaufrisch in einer eigentlich abgestandenen Debatte nicht mehr nur mühsam aufgestellte pappkameraden in den iran verschieben willst (by the way: da macht der prussian adelstitel dann auch wieder sinn, gelle), sondern dich in deinem statement doch ganz offensichtlich im stade (du miroir?) der asymptotischen annäherung an ein aber auch in praxisform zu giessendes ¡no pasarán! befindest!

    cheers,
    mrs adornix.

  24. 24 ralph 07. Mai 2008 um 18:15 Uhr

    @mrs adornix: falls es dir gelingen sollte, den genial dilletantisch angerichteten Wortmüll (très chic!), mit dem du offenkundig deine profunde Halbbildung zur Schau stellen wolltest, ins Deutsche zu übersetzen, kann dir mit Sicherheit geholfen werden. Wer möchte nun welche Pappkameraden in den Iran verschicken? Und: warum eigentlich Pappkameraden?
    Wer jedenfalls statt einer Kritik des iranischen Klerikalfaschismus und seiner deutschen Kollaborateure auf einen spektakulären Kurzurlaub von der Ödnis des eigenen Selbst hofft, wird in der Tat enttäuscht werden. Schlimmer noch als dieser Aktualitätsfetisch jedoch ist die hier zum Ausdruck kommende klammunheimliche Vorfreude darauf, dass der Laden mal so richtig aufgemischt werde und beide Parteien ihr Fett wegbekommen mögen. Die nationalen Sozialisten von SOS und Co. müssen jedoch draußen bleiben. Schade, gelle?
    In diesem Sinne: NO PASDARAN!

  25. 25 Verein Deutsche Sprache 07. Mai 2008 um 18:59 Uhr

    Immer diese Fremdwörter! Es gibt doch sooo schöne deutsche Wörter dafür!

  26. 26 ralph 07. Mai 2008 um 19:32 Uhr

    Nichts gegen einen Verein deutsche Sprache, der selbstverständlich Verein für deutsche Sprache heißen müsste. Aber darum ging es auch gar nicht. Von bösen Fremdwörtern war nämlich keine Rede. Mir wäre auch mit einer Übersetzung ins Englische gedient. Allerdings vermute ich, dass auch diese Sprache sich dem prätentiösen Unsinn von mrs adornix verweigern wird bzw. dass nichts als heiße Luft zurückbleiben dürfte.

  27. 27 pomfritz 07. Mai 2008 um 21:53 Uhr

    bei mrs adornix. gibts nix zu verstehen : nur zu geniessen

  28. 28 w 08. Mai 2008 um 0:33 Uhr

    hihi, super, können wir ja gleich wieder das sinistra-forum aus der versenkung holen, sind ja die selben kandidat_innen unterwegs.

  29. 29 mrs adornix 08. Mai 2008 um 12:46 Uhr

    @w
    prophetisch in diesem zusammenhang ‚croque‘ in seiner Deutschstunde im Oktober 2003 (in due course im ‚materialreichen‘ thread http://www.copyriot.com/sinistra/discus/messages/211/88.html):

    „Das sinistra-forum ist für die frankfurter „hc“-fraktion nur insofern interessant, als es einen blick auf die neukonstitition der sinistra als ex-antideutsche oldscool-linke erlaubt, ohne mit den leuten persönlich reden zu müssen. das wäre anders, wenn die sinistra noch irgendeine andere aktivität entfalten würde außerhalb ihrer webseite und außerhalb ihrer regelmäßigen versuche, an „linken orten“ sich aufzuhalten, um dort mit der linken realität konfrontiert zu werden.
    eine schließung dieses forums würde aber de facto die sinistra jeder öffentlichen aufmerksamkeit berauben […] eine schließung dieses forums wäre das beste, was der welt passieren könnte – nach dem kommunismus, natürlich. aber das käme einer selbstaufgabe der sinistra gleich.“

    Pour le communisme…
    mrs adornix

  30. 30 problemchild 08. Mai 2008 um 19:26 Uhr

    jetzt rufen die rödelheimer also auch offiziell zur verhinderung der veranstaltung am 10. mai im koz auf:

    Keine Kriegshetze und kein Rassismus am 10. Mai im KOZ!

    also doch „sport frei“?

  31. 31 pomfritz 09. Mai 2008 um 2:36 Uhr

    sport ist faschistoid – Elfriede Jelinek

  32. 32 antifa hooligan 09. Mai 2008 um 22:18 Uhr

    zwar jetzt etwas offtopic aber faschistoid … nun ja … vielleicht doch etwas harte worte. aber zur kritik des nationalismus in sport und popkultur gibt’s demnächst eine tagung in frankfurt.

  33. 33 tofuwurst 14. Mai 2008 um 22:51 Uhr
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